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Straßenszene in Hagen
nach Bombenangriff
Februar 1945


Volltreffer auf Hochbunker
über 400 Tote
Hagen, 15.3.1945


Notzeitung, 17.3.1945

STADT HAGEN
Luftangriffe

Bombenangriffen schutzlos ausgeliefert

en alliierten Bombenangriffen auf Hagen waren die ausländischen Arbeitskräfte und Kriegsgefangenen so gut wie schutzlos ausgesetzt. Bei Fliegeralarm und Bombardie-rungen mussten sie entweder in ihren Baracken bleiben oder aber primitive Splitterschutzgräben aufsuchen.

In die Luftschutzbunker und Stollen, die in Hagen zum Teil mit ihrer Hilfe gebaut worden waren, durften ausländische Arbeitskräfte und Kriegsgefangene genau so wenig wie Juden und "Zigeuner" nicht hinein.

Zahlreiche Zwangsarbeiter fanden in Hagen den Tod oder wurden bei den Bombenangriffen schwer verletzt. Ein Beispiel dafür ist ein Barackenlager für Italienische Militärinternierte in Hagen-Eckesey, das bei einem britischen Nachtangriff am 2. Dezember 1944 von Bomben zerstört wurde. Allein dort starben über 90 Zwangsarbeiter.

Einsatz bei Trümmerräumung und Bombenentschärfung

Zwangsarbeiter, Kriegsgefangene und KZ-Häftlinge wurden in großem Stil bei den Aufräumarbeiten nach Bombenangriffen eingesetzt. Nach den alliierten Luftangriffen mußten Trupps ausländischer Arbeitskräfte unter anderem Leichen bergen, Bombentrichter verfüllen, Straßen räumen und Industrie- sowie Verkehrsanlagen reparieren.

In so genannten SS-Baubrigaden wurden Häftlinge aus Konzentrationslagern eingesetzt, die unter anderem auch Bombenblindgänger entschärfen mussten. Für Hagen ist der Einsatz von KZ-Häftlingen nach den schweren Bombenangriffen im Oktober 1943 und Dezember 1944 belegt.

Reparaturarbeiten auf Eisenbahnanlagen

In den letzten Kriegsmonaten wurden ausländische Arbeitskräfte aus den Hagener Industriebetrieben herausgezogen und als Schanzarbeiter zum Ausheben von Ver-teidigungsstellungen und Panzergräben am Niederrhein eingesetzt.

Andere Zwangsarbeiter mussten in Reparaturkolonnen auf den Hagener Bahnanlagen die Bombenschäden beseitigen. Nach einem Befehl des Reichsverteidigungskommissars Albert Hoffmann sollten dabei ausländische Arbeiter sofort erschossen werden, die bei Luftangriffen versuchten, Schutz zu suchen.


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