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Briefkopf, 1944


Landgericht Hagen

Gestapo-Hauptquartier
Winter 1944/45-April 1945


Gestapo-Lager
Klöckner-Werke, Haspe
Frühjahr 1945


Polizeigefängnis Hagen
Haftstätte der Gestapo
1934 - 1945

STADT HAGEN
Die Gestapo in Hagen

1934 wurde in Hagen eine Dienststelle der Geheimen Staatspolizei (Gestapo) eingerichtet. Sie unterstand der Gestapo Dortmund, die für das Gebiet des Regierungsbezirks Arnsberg zuständig war. Zunächst befand sich die Gestapo im Hagener Polizeigebäude in der Prenzelstraße. Im Sommer 1943 nahm sie ihr Hauptquartier in der Villa des ins Ausland geflüchteten jüdischen Kaufmanns Löwenstein in der Körnerstraße. Bei Kriegsende war die Gestapo Hagen nach Bombenschäden im Gebäude des Landgerichts untergebracht.

Zuständig für den südwestfälischen Raum und das Sauerland

Das Zuständigkeitsgebiet der Hagener Gestapo erstreckte sich nach Auflösung der Gestapo-Außenstelle Lüdenscheid im Dezember 1942 über das Stadtgebiet von Hagen, die Land- und Stadtkreise Iserlohn und Altena-Lüdenscheid sowie auf Teile des Ennepe-Ruhr-Kreises. In den Städten, beispielsweise in Gevelsberg, Hohenlimburg, Lüdenscheid, Plettenberg und Iserlohn, arbeiteten die Leiter der örtlichen Kriminalposten der Gestapo zu.

Das Polizeigefängnis in der Prenzelstraße diente der Gestapo als zentrale Haftstätte. Im Keller ihres Hauptquartiers Villa Löwenstein verfügte die Gestapo ebenfalls über Zellen zur Unterbringung von Gefangenen.

Für die ausländischen Arbeitskräfte war jeweils ein Referat für West- und Ostarbeiter zuständig. Das Nachrichtenreferat übernahm u. a. die Überwachung und Kontrolle der ausländischen Arbeitskräfte z. B. durch V-Leute und Spitzel aus ihren Reihen.

Errichtung von lokalen "Arbeitserziehungslagern"

Nach Einrichtung von "Auffanglager" als lokale Arbeitserziehungslager im September 1943 zeichnete sich die Gestapo Hagen für mindestens vier solcher Haftstätten in der Region verantwortlich. In diese Lager wurden vor allem "Ostarbeiter", aber auch Personen anderer Nationalität eingewiesen, die geflüchtet waren oder sich "auffällig" verhalten hatten.

Der mehrwöchige Aufenthalt war vergleichbar mit einem Konzentrationslager: brutale Behandlung, eine hohe Sterblichkeit und unzureichende Ernährung zeichneten die "Auffanglager" aus. Sie dienten, so auch das Lager bei den Klöcknerwerken in Haspe, auch als örtliche Hinrichtungsstätten der Gestapo.

Massenmorde in den letzten Kriegswochen

In den letzten Wochen des Zweiten Weltkriegs und sogar noch wenige Stunden vor dem Einmarsch der US-amerikanischen Truppen in Hagen führten die Mitarbeiter der Gestapo mehrere Massenerschießungen durch.

Eine große Anzahl von Menschen, allein in Hagen waren es über 70 Ausländer und Deutsche, wurden Opfer dieser Mordaktionen.


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