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2001 - 56 Jahre später
Zu Besuch in Hagen
Wladimir M. hat seinen Namen in den Erfassungslisten von 1945 gefunden
StadtA Hagen

STADT HAGEN
Zwangsarbeit in Hagen 1939-1945

Das Historische Centrum Hagen wurde im Jahr 2000 vom Rat der Stadt mit der Erforschung des Zwangsarbeiter-Einsatzes in Hagen beauftragt. Durch Recherchen in- und außerhalb der Stadtverwaltung konnten zahlreiche Quellen erschlossen werden. Sie ermöglichen nähere Angaben über die Herkunft, das Lebensalter und Geschlecht sowie über den Einsatz der ausländischen Arbeitskräften in Hagen. Zwischen 1939 und 1945 waren rund 35000 ausländische Arbeitskräfte und Kriegsgefangene auf dem Gebiet des heutigen Stadtkreises Hagen eingesetzt. In einer Datenbank konnten Angaben von 32914 einzelnen Arbeitskräften erfasst werden.

Mehrzahl der Arbeitskräfte kam aus der Sowjetunion

Über 47% der in Hagen eingesetzten ausländischen Arbeitskräfte stammten aus dem Gebiet der ehemaligen Sowjetunion, 20% aus Frankreich. Polnische Staatsangehörige waren mit 10% und Arbeitskräfte aus den Niederlanden mit 9% vertreten. 4% der ausländischen Arbeitskräfte in Hagen kamen aus Italien und 3% aus Belgien. Darüber hinaus lebten und arbeiteten in Hagen zahlreiche Menschen aus anderen europäischen Ländern. Der Anteil von Kriegsgefangenen unter den ausländischen Arbeitskräften in Hagen war geringer als 30%.

Durchschnittsalter lag zwischen 22 und 39 Jahre

Der überwiegende Teil (58%) der 26700 ausländischen Arbeitskräften, von denen das Geburtsjahr bekannt ist, war zwischen 22 und 39 Jahre alt, gefolgt von den 40-60jährigen, die mit 16% vertreten waren. Unter 21 Jahren waren 6%, lediglich 2% der Arbeitskräfte war unter 15 Jahren. Die in Hagen zum Einsatz gekommenen ausländischen Arbeitskräfte befanden sich folglich in den produktiven Lebensjahren.

Ab 1942 erfolgte der Masseneinsatz in Hagen

Die Mehrzahl der ausländischen Arbeitskräfte begannen zwischen 1942 und 1944 ihren Arbeitseinsatz in Hagen. Dies gilt besonders für die "Ostarbeiter", die ab Frühjahr 1942 vermehrt nach Hagen zum Arbeitseinsatz deportiert wurden. Belgische, französische und niederländische Arbeitskräfte wurden 1943 besonders häufig in Hagener Betrieben eingestellt. Zu dieser Zeit setzten auch in Westeuropa die Zwangsdeportationen in den unter deutscher Militärverwaltung stehenden Ländern ein.

1943 und 1944 erreichte auch die Arbeitsaufnahme von polnischen Arbeitskräften in Hagen einen Höhepunkt. Besonders nach der Niederschlagung des Warschauer Aufstandes im August 1944 wurden zahlreiche Polen zur Zwangsarbeit auch nach Hagen deportiert

Während 1942 die Mehrzahl von "Ostarbeitern" eingestellt wurden, ging die Zahl im darauffolgenden Jahr erheblich zurück. Im Frühjahr 1944 stieg die Zahl von in Hagen neu eingestellten "Ostarbeitern" erneut an. Die Ursache lag in den deutschen Rückzugsbewegungen auf dem östlichen Kriegsschauplatz, wobei sämtliche Einwohner der geräumten Gebiete zum Arbeitseinsatz nach Deutschland deportiert wurden.


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