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Barackenlager
AFA Hagen, 1941
StadtA Hagen

 


Lagerscheinwerfer
Werbung, 1942
StadtA Hagen

Die Lager

Unterbringung

Die Arbeits- und Lebensbedingungen sowie die Erfahrung von Zwang waren je nach Herkunft der Arbeitskräfte unterschiedlich. Arbeiter und Arbeiterinnen aus den westlichen Ländern mussten häufig auch in Lagern leben, doch unterstanden sie einer weniger strengen Disziplin als Arbeitskräfte aus Osteuropa. Als Ausländer "germanischer Abstammung“ blieben sie in der Regel von den brutalen Disziplinierungsmaßnahmen verschont, denen Arbeiter und Arbeiterinnen aus Polen und der Sowjetunion ausgesetzt waren.

Ziel der Unterbringung in Lagern war die Abgrenzung der "Fremdvölkischen“ von der deutschen Gesellschaft und ihre strikte Überwachung. Zunächst wurden die ausländischen Arbeitskräfte noch in Schulen, Arbeiterheimen, großen Sälen und anderen Gebäuden oder sogar in Privat-Quartieren untergebracht. Mit immer stärkerer Zwangsrekrutierung wurden dann große Barackenlager auf Wiesen, Sportplätzen oder direkt auf den Betriebsgeländen angelegt.

Lager für "Ostarbeiterer“ und für Kriegsgefangene waren mit einer "fluchthindernden Umzäunung“ umgeben. Dem eingesetzten Wachpersonal war es erlaubt, körperliche Züchtigungen vorzunehmen. Die meisten Lager waren hoffnungslos überbelegt.

Ernährung

Die zugeteilten Rationen waren abhängig davon, ob man Westarbeiter, Ostarbeiter oder Kriegsgefangener war. Die Ernährung wurde zumeist von den Betrieben gestellt – und vom ohnehin geringen Lohn abgezogen.

Bis zum Einsatz der "Ostarbeiter“ galt, dass den ausländischen Arbeitskräften dieselben Rationen zustanden wie ihren deutschen Kollegen. Dies änderte sich mit der Deportation der sowjetischen Zwangsarbeiter. Ihnen wurde nur soviel Nahrung zugeteilt, dass ihr Überleben und damit vor allem ihre Arbeitskraft gesichert war. Standard war eine "Balanda“ genannte wässrige Suppe mit einigen Kohlblättern.

Für Kriegsgefangene galt die "Leistungsernährung“. Erbrachte ein Einzelner unbefriedigende Leistungen, wurden die Rationen für die gesamte Arbeitseinheit gekürzt. Aber auch hier galt als oberster Grundsatz, die Arbeitskraft zu erhalten.

Bekleidung

Auch die Versorgung mit Kleidung und Schuhwerk war problematisch. Ausländer hatten in Deutschland grundsätzlich keinen Anspruch auf Bezugsscheine für Kleidung. Sie wurden bereits in ihrer Heimat darauf hingewiesen, ausreichend Bekleidung mitzunehmen. "Ostarbeiter“ und "Ostarbeiterinnen“ hatten aber oft nicht die Möglichkeit, sich bei ihrer Deportation mit Kleidung einzudecken. Sie konnten nur das mitnehmen, was sie auf dem Leibe trugen.

Da die Kleidung bei der Arbeit schnell verschliss, erhielten die Zwangsarbeiter und -arbeiterinnen Reste aus Altkleidersammlungen. Ende 1942 begannen Textilunternehmen dann gezielt mit der Fertigung besonders einfacher und robuster Kleidungsstücke für Ausländer. Neben Oberbekleidung und Unterwäsche wurden auch spezielle Schuhe hergestellt, bei denen man auf Leder oder Gummi verzichtete. Besonders gefürchtet waren die unbequemen Holzschuhe.


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