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Maschinenarbeit
"Ostarbeiterin"
Kreisarchiv Altena

 


Mittags eine Suppe
Gladbeck, 1943
StadtA Gladbeck

Der Arbeitsalltag

Arbeitsbedingungen

Die Bedingungen, unter denen Ausländer und Ausländerinnen zu arbeiten hatten, waren abhängig von deren Nationalität. Vor allem "Ostarbeiter“ und sowjetische Kriegsgefangene litten unter besonders harten Bedingungen. Sie wurden zu schwersten körperlichen Arbeiten herangezogen und standen auch am Arbeitsplatz unter strenger Bewachung.

Ein zwischenmenschlicher oder kollegialer Kontakt mit Deutschen sollte vermieden werden. Nicht immer konnte diese Vorschrift jedoch durchgesetzt werden. So entwickelten sich auch kollegiale Verhältnisse zwischen deutschen und ausländischen Arbeitern und Arbeiterinnen.

Da ausländische Arbeiter und Arbeiterinnen nur selten ordnungsgemäß angelernt wurden, kam es häufig zu schweren Arbeitsunfällen. Auch die Schädigung der Gesundheit durch z.B. giftige Werkstoffe wurde wissentlich in Kauf genommen. So mussten beispielsweise osteuropäische Arbeiterinnen in der Accumulatoren Fabrik in Hagen besonders gesundheitsschädliche Tätigkeiten übernehmen. Deutsche und westeuropäische Arbeiterinnen waren von dieser Arbeiten befreit.

Arbeitszeiten

Bis Ende 1944 galt die 6-Tage-Woche mit dem 8-Stunden-Tag als Regelarbeitszeit für alle Arbeitskräfte. Ausnahmen durch Überstunden und Sonntagsarbeit waren jedoch besonders für "Ostarbeiter“ und für Kriegsgefangene an der Tagesordnung. Im September 1944 wurde die wöchentliche Regelarbeitszeit für Männer auf 60 Stunden und für Frauen und Jugendliche auf 56 Stunden angehoben.

Lohn

Arbeitskräfte aus den westeuropäischen Staaten erhielten im Wesentlichen den gleichen Lohn wie ihre deutschen Kollegen. Dagegen bekamen osteuropäische Arbeiter und Arbeiterinnen eine deutlich geringere Entlohnung. Zusätzlich wurden ihnen zahlreiche Abzüge in Rechnung gestellt (z.B. Sozialausgleichsabgabe, Steuern, Unterkunft u. Verpflegung). So blieb ihnen lediglich einen Bruchteil des eigentlichen Verdienstes. Auch standen "Ostarbeitern“ Zuschläge für Mehr-, Sonntags-, Feiertags- oder Nachtarbeit grundsätzlich nicht zu, wogegen Westarbeiter anfangs sogar eine Trennungszulage geltend machen konnten.

In einigen Lagern wurde den Bewohnern ein Teil des Lohnes in Lagergeld ausbezahlt, das nur dort Gültigkeit hatte. Damit konnte man nur am Lagerkiosk, der meist vom Lagerführer selbst betrieben wurde, Süßigkeiten, Zigaretten usw. kaufen. Hiervon profitierte der Kioskbetreiber, der die Preise nach Belieben festsetzen konnte.

Um ihre Einkünfte ein wenig zu erhöhen, stellten einige Zwangsarbeiter und –arbeiterinnen Gegenstände her oder tauschten sie direkt gegen Lebensmittel. Dieser Tauschhandel war verboten. Die Betroffenen konnten im Fall der Entdeckung angezeigt werden und wurden dann bestraft.


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