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Schutträumung
durch Franzosen
Hagen, Oktober 1943
StadtA Hagen

 


Bombenräumung
durch KZ-Häflinge
Bochum, Juli 1943
StadtA Bochum

Beschäftigung in allen Wirtschaftszweigen

Behördliche Organisation des "Arbeitseinsatzes“

Eine wesentliche Rolle bei der Deportation und Zuteilung der ausländischen Arbeitskräfte spielten das Reichsarbeitsministerium sowie die Arbeitsämter.

Zwangsarbeiter und Zwangsarbeiterinnen waren beim Arbeitsamt zu beantragen. Voraussetzung war der Nachweis einer vorhandenen Unterkunft. Die Zuteilung erfolgte dann entsprechend der Dringlichkeit.

Nachdem es immer wieder zu Kompetenzstreitigkeiten zwischen den beteiligten Behörden gekommen war, ernannte Hitler im März 1942 Fritz Sauckel zum "Generalbevollmächtigten für den Arbeitseinsatz“ (GBA). Sauckel und seine Behörde standen damit an der Spitze der Arbeitsverwaltung im "Dritten Reich“.

Einsatz in verschiedenen Bereichen

Zwangsarbeiter und Zwangsarbeiterinnen gehörten während des Zweiten Weltkrieges überall zum Alltag. Sie wurden in allen Bereichen eingesetzt. Bevorzugt wurde allerdings die Rüstungsindustrie.

Ausländische Zwangsarbeiter und -arbeiterinnen waren auch in allen Bereichen des öffentlichen Lebens zu finden. Bei den Kommunen wurden sie zur Trümmerbeseitigung, zur Bergung von Verschütteten und zur Entschärfung von Blindgängern eingesetzt. Auch zur Instandsetzung von Wohngebäuden und dem Bau von Luftschutzbunkern wurden sie herangezogen.

Ein weiterer wichtiger Bereich, in dem Zwangsarbeiter und -arbeiterinnen zum Einstz kamen, war die Landwirtschaft. Selbst in Privathaushalten wurden ausländische Zivilarbeiter und -arbeiterinnen eingesetzt. Allerdings nur in "politisch zuverlässigen“ Familien.

Einsatz der Zwangsarbeiter in staatlichen Bauvorhaben

Die Organisation Todt (OT) wurde benannt nach dem Generalinspekteur für das Straßenwesen Fritz Todt. Sie war während des Zweiten Weltkrieges eine militärisch organisierte Bautruppe. Seit 1940 kam sie vor allem für Baumaßnahmen in den von Deutschland besetzten Gebieten zum Einsatz.

Die OT stützte sich zunächst auf angeworbene Hilfskräfte aus den westeuropäischen Ländern, später auch auf ausländische Zivilarbeiter und Kriegsgefangene. Ab Sommer 1943 erfolgte auch der Einsatz von KZ-Häftlingen, Häftlingen aus Arbeitserziehungs- und Polizeilagern. Der OT-Einsatz war besonders hart und unmenschlich.

Ähnlich der OT fungierten auch die SS-Baubrigaden und Baubataillone. Diese mobilen Kommandos setzten sich mehrheitlich aus KZ-Häftlingen zusammen. Die Baubrigaden wurden vor allem zu Aufräumarbeiten nach Bombenangriffen eingesetzt. Darüber hinaus existierten Bombenentschärfungstrupps.


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