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1945:
Maifeier in Hamm
National Archives, Washington


1999:
Gründung der Stiftung
dpa-Foto


2001:
Ein Kranz von der Stadt
Erinnerung und Gedenken
Friedhof Hagen-Vorhalle
"Ostarbeiter"-Massengrab
Gestorben 1942 - 194
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Erinnerung - Verantwortung - Zukunft

Befreiung und Rückführung

Mit der Niederlage Deutschlands wurden auch die "Fremdarbeiter“ befreit. Man nannte sie jetzt "Displaced Persons“ (DPs). Auf dem Gebiet des ehemaligen "Großdeutschen Reiches“ befanden sich im Frühjahr 1945 mehr als 10 Millionen DPs, unter ihnen rund 5 Millionen Sowjetbürger. Mangels vorhandener Alternativen blieben die meisten Lager auch nach der Befreiung als Unterkünfte bestehen.

Ziel der Alliierten war die Rückführung der Menschen in ihre Heimatländer, die durch das Abkommen von Jalta geregelt wurde. Hiernach sollten die Sowjetbürger in die Hände der Roten Armee gegeben werden. Bis März 1946 sind 4,2 Millionen Sowjets in ihre Heimat zurückgeführt worden.

Dort stießen sie auf großes Mißtrauen und hatten mit Schwierigkeiten zu rechnen. Denn jeder, der den Deutschen lebend in die Hände fiel, war dem Vorwurf des Verrats ausgesetzt. So zogen es etwa 500.000 bis 700.000 ehemalige sowjetische Zwangsarbeiter vor, in Deutschland zu bleiben.

Aktuelle Diskussion, Entschädigung

Über das Schicksal der ehemaligen Zwangsarbeiter und Zwangsarbeiterinnen war bis vor etwa 20 Jahren wenig bekannt. In den 1980er Jahren wurden erste Studien über das Thema Zwangsarbeit vorgelegt. Aber erst die öffentlich und kontrovers geführte Entschädigungsfrage hat seit Ende der 1990er Jahre zu einer intensiven Aufarbeitung des Themas geführt.

Vor dem Hintergrund des wachsenden öffentlichen Drucks auf die deutsche Wirtschaft wurde am 16. Februar 1999 die Stiftungsinitiative "Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ (EVZ) ins Leben gerufen. Sie wird mit je 5 Milliarden DM aus Mitteln der deutschen Wirtschaft und des Bundeshaushalts getragen.

Am 2. August 2000 ist schließlich das Gesetz zur Errichtung einer Stiftung "Erinnerung, Verantwortung und Zukunft‘“ verabschiedet worden. Es regelt die Entschädigung der ehemaligen Zwangsarbeiter und Zwangsarbeiterinnen, die in den meisten Fällen Anspruch auf 5.000 DM haben. Ausgeschlossen von den Entschädigungszahlungen bleiben Kriegsgefangene, Italienische Militärinternierte, in der Landwirtschaft Beschäftigte und weitere Gruppen Betroffener.

Die Beantragung der Entschädigung ist für die Betroffenen ein müsames Verfahren. Sie haben den Nachweis zu führen, dass sie tatsächlich in Deutschland zur Zwangarbeit verpflichtet waren und dort unter haftähnlichen Bedingungen untergebracht waren.

Für viele der heute mindestens 70jährigen ist dieses bürokratische Verfahren undurchsichtig und sehr aufwendig. Aber es ist die einzige Möglichkeit, um wenigstens einen kleinen Teil ihres vorenthaltenen Lohns zu bekommen. Verschleppung, Qualen und die Zerstörung von Lebensperspektiven lassen sich ohnehin nicht wiedergutmachen.

Bis zum 1. Januar 2002 wurden erst 60.000 Anträge ausbezahlt.


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