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"Ostarbeiter"
Erhängt von der Gestapo
Köln - Ehrenfeld, 11-1944
HStA Düsseldorf



Bekanntmachung
Hinrichtung von Polen
Haus der Geschichte, Bonn


Endstation:Tunnelfabrik
Hönnetal: Projekt "Schwalbe"
Häftlinge der Gestapo
müssen eine unterirdische
Fabrik bauen

Strafsysteme

"Arbeitsvertragsbruch“ und "Arbeitsbummelei“

Die zur Arbeit in Deutschland gezwungenen Ausländer und Ausländerinnen, allen voran die osteuropäischen Arbeitskräfte, unterlagen einem dichten Netz aus Kontrolle und Bestrafung.

"Arbeitsvertragsbruch“ z.B. durch Flucht und "Arbeitsbummelei“ wurden mit zum Teil schweren Strafen geahndet. Häufig waren es aber vor allem Krankheit und Schwäche, die als Arbeitsunwilligkeit angesehen und geahndet wurden.

Im Rahmen dieser alltäglichen Unterdrückungspraxis kamen der Gestapo und der Polizei eine besondere Stellung zu.

Um flüchtige Arbeitskräfte zu finden, wurde die deutsche Bevölkerung zur Mitarbeit aufgerufen. Wer Hinweise zur Ergreifung eines flüchtigen Russen geben konnte, wurde mit einer Prämie belohnt.

Strafsysteme

Vor allem Arbeiter und Arbeiterinnen aus Osteuropa sowie die sowjetischen Kriegsgefangenen waren Beschimpfungen und Prügel durch das Wachpersonal ausgesetzt. Laut einer offiziellen "Anweisung für Wachmänner" umfasste der zulässige Strafkatalog:

1) Ordnungsübungen nach Beendigung der Arbeitszeit,
2) Zuteilung zum Straftrupp,
3) Entziehung der warmen Tagesverpflegung von bis zu drei Tagen in der Woche,
4) Arrest für die Dauer von bis zu drei Tagen.

Darüber hinaus existierte eine Reihe weiterer Strafaktionen, um die Zwangsarbeiter und -arbeiterinnen zu züchtigen. Misshandlungen mit Knüppeln und Peitschen, Stockschläge auf die blanken Fußsohlen oder das blanke Gesäß waren gängige Strafen.

Menschen selbst im eisigen Winter durch ein brusttiefes Wasserbecken zu scheuchen, deuten die Härte des menschenverachtendn Strafsystems an.

Arbeitserziehungslager

Neben der Polizeihaft und der Überstellung in ein Konzentrationslager hatte sich seit Ende 1940 als Bestrafung die Einweisung in "Arbeitserziehungslager“ (AEL) durchgesetzt. Der wesentliche Unterschied zwischen AEL und KZ bestand darin, dass die Einweisung in ein AEL befristet war. Der Aufenthalt war meist auf einige Wochen beschränkt.

Die eingewiesenen Menschen hatten täglich 10-12 Stunden schwerste Arbeit zu leisten. Ihre Behandlung war sehr brutal und menschenverachtend. Gesundheitliche Schädigungen und Todesfälle durch Hunger, Misshandlungen und Prügelorgien waren an der Tagesordnung.

Eines der ersten betrieblichen Arbeitserziehungslager der Gestapo im rheinisch-westfälischen Industriegebiet wurde im Sommer 1943 bei den Stahl- und Eisenwerken des Klöckner-Konzerns in Hagen-Haspe eingerichtet.


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