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Deutsche Frau
Gedemütigt !
Misshandelt !
Am Pranger !
Ins KZ !
Ermordet !
Polnischer Arbeiter

1942 in Allendorf
Topografie des Terrors,
Berlin

Der Schutz des "deutschen Blutes"

"Rassenschande"

Das Delikt der „Rassenschande“ bezog sich zunächst auf Eheschließungen und außerehelichen Geschlechtsverkehr zwischen Juden und Nicht-Juden. Während des Krieges wurde es auf Kontakte zwischen Deutschen und ausländischen Zwangsarbeitern und Kriegsgefangenen ausgeweitet.

Den ausländischen Arbeitskräften, vor allem aber den Osteuropäern, war der Umgang mit deutschen Frauen und Mädchen strikt verboten. Verstöße wurden mit drastischen Strafen geahndet. Auf den sexuellen Kontakt mit deutschen Frauen konnte für Ausländer sogar die Todesstrafe stehen.

Deutsche Frauen, die sich in "würdeloser Weise“ mit ausländischen Zivilarbeitern oder Kriegsgefangenen eingelassen hatten, drohten Zuchthausstrafen. Außerdem wurden sie öffentlich der "Rassenschande“ gebrandmarkt und ihnen beispielsweise die Haare geschoren.

Eheschließungen

Eheschließungen von "Fremdvölkischen“ waren grundsätzlich unerwünscht und auch formell verboten. Es gab allerdings seit Ende 1943 für Arbeiter und Arbeiterinnen aus Polen und der Sowjetunion die Möglichkeit der "Lagerehe“. Diese Ehen konnten unter Billigung des Reichssicherheitshauptamtes durch Lagerführer und Laienpriester geschlossen werden. Sie wurden jedoch rechtlich nicht als gültige Eheschließungen anerkannt. Daraus hervorgehenden Kinder galten als unehelich.

Dennoch wurde die Erlaubnis zum Vollzug dieser Ehen damit begründete, dass durch solche Feste "die Arbeitsfreudigkeit der Fremdarbeiter erhalten oder sogar gesteigert“ würde. Dies macht deutlich, wie im Laufe der Zeit ideologische Gründe durch eine pragmatische Sichtweise verdrängt wurden. Zu wichtig war die Arbeitsleistung der Ausländer für das kriegsführende Deutsche Reich geworden.

"Ausländerbordelle"

Ausländischen Arbeitskräften war der sexuelle Kontakt zu Deutschen strengstens untersagt. Vermieden werden sollte unbedingt der Kontakte von ausländischen Männern zu deutschen Frauen.

Die Nationalsozialisten sahen jedoch in der Unerfülltheit des männlichen Sexualtriebes der ausländischen Arbeiter ein gewisses Unruhepotenzial, das sich negativ auf die Arbeit auswirken würde. Dies führte zur flächendeckenden Einrichtung von "Ausländerbordellen". In diesen Etablissements wurden Ausländerinnen zur Prostitution gezwungen.

Träger und Auftraggeber der Bordelle waren die Gemeinden. Für die Einrichtung der Freudenhäuser hatte die DAF Sorge zu tragen. Die polizeiliche Überwachung, das Einsetzen der Bordellwirte sowie die Beschaffung der Frauen erfolgte über die Kriminalpolizei.


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