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Hattingen: Italiener
Frühjahr 1941
StadtA Hattingen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Saisonarbeiter - Fremdarbeiter - Zwangsarbeiter

Vorgeschichte

Schon vor dem Nationalsozialismus kamen ausländische Arbeitskräfte in Deutschland zum Einsatz. So arbeiteten bereits Ende des 19. Jahrhunderts polnische Saisonarbeiter und -arbeiterinnen auf ostelbischen Gütern.

Nach Beginn des Ersten Weltkriegs wurde aus der Freiwilligkeit Zwang. Laut Befehl vom 4. August 1914 wurde den 500.000 ausländischen Landarbeitern und -arbeiterinnen die Rückkehr in ihre Heimatländer verboten. Weitere 700.000 in der Industrie eingesetzte Ausländer und Ausländerinnen durften ebenfalls nicht zurückkehren. Aus "Saisonarbeitern“ wurden "Zwangsarbeiter“. Auch ein Großteil der rund 2,5 Millionen Kriegsgefangenen wurde zu Zwangsarbeiten in Deutschland eingesetzt.

Der Einsatz ausländischer Arbeitskräfte wurde für das kriegführende Deutsche Reich als lohnend bewertet. Insofern kann und muss der Erste Weltkrieg rückblickend als Erfahrungsfeld für die Nationalsozialisten betrachtet werden.

Zahlen, Herkunft

Auf dem Gebiet des "Großdeutschen Reiches“ waren zum Höhepunkt der deutschen Rüstungsproduktion zur Jahresmitte 1944 über 8 Millionen ausländische Arbeitskräfte gemeldet. Darunter waren fast 6 Millionen ausländische Zivilarbeiter und -arbeiterinnen, etwa 1,9 Millionen Kriegsgefangene und rund 400.000 KZ-Häftlinge. Etwa ein Viertel aller ausländischen Zivilarbeitenden waren Frauen.

Insgesamt sind im Zweiten Weltkrieg über 13 Millionen Menschen zur Arbeit in Deutschland gezwungen worden.Damit waren durchschnittlich mehr als 30% aller in der deutschen Wirtschaft Beschäftigten in einem nicht freiwilligen Arbeitsverhältnis. In einzelnen Bereichen lag der Ausländeranteil sogar noch höher: 36% im Bergbau, 46% in der Landwirtschaft, 50% in reinen Rüstungsbetrieben.

Die von den Nationalsozialisten bewußt verharmlosend "Fremdarbeiter“ genannten Menschen stammten aus allen Teilen des europäischen Kontinents. Ihr Durchschnittsalter lag zwischen 20-24 Jahren - aber es waren durchaus auch Kinder im Alter von 13, 14 Jahren als "beschäftigt“ gemeldet.


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